Aktuelles aus dem Bezirk

Gemeinsam gegen häusliche Gewalt: überfraktionelle Initiative von SPD, Grünen, Linken und CDU

Mit einer gemeinsamen Initiative machen sich SPD, Grüne, Linke und CDU gegen häusliche Gewalt stark. Zusammen fordern die Fraktionärinnen Stephanie Inka Jehne, Chantal Münster, Sarah Bigall und Susanne Gontard das Bezirksamt mit einem Antrag auf, im Rahmen des Aktionsmonats „Nein zu Gewalt an Frauen“ im November 2026 eine großangelegte, bezirksweite Informationskampagne zu starten. Ziel ist es, die Sichtbarkeit und Erreichbarkeit von Hilfsangeboten deutlich zu steigern. Der gemeinsame Antrag wurde in der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf am 26.03. beschlossen.

 

In ihren Statements beschrieben die einreichenden Verordneten das gesellschaftliche Klima, in in dem ihre Initiative entstand, und unterstrichen sehr eindrucksvoll die Wichtigkeit des Antrags.

„Wir werden dieses Thema immer wieder auf die Agenda setzen“, sagte Chantal Münster von der Bündnisgrünen Fraktion. „Bis überall in diesem Bezirk angekommen ist, dass Gewalt gegen Frauen real, alltäglich und existenzzerstörend ist. Bis überall in diesem ganzen Land angekommen ist, dass Gleichberechtigung von Frauen kein Nice-to-Have ist, sondern Grundpfeiler einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft.“

„Aktuell sind Projekte gegen häusliche Gewalt und Beratungsstellen stark unterfinanziert“, ergänzte Sarah Bigall (Die Linke). „Und das, obwohl jeden Tag Frauen lebensbedrohliche Gewalt erfahren: von Partnern, Ex-Partnern oder im Moment einer Trennung. Deswegen ist es so wichtig, dass wir jetzt über alle Fraktionen hinweg zusammenstehen und genau diese Anlaufstellen gemeinsam stärken.“

„Häusliche Gewalt passiert oft dort, wo Menschen sich eigentlich sicher fühlen sollten", sagte Susanne Gontard (CDU). „Deswegen reicht es nicht aus, einmal im Jahr ein Zeichen zu setzen mit Kundgebungen und durch das Hissen von Fahnen. Diejenigen, die wirklich Hilfe brauchen, erreichen wir oft damit nicht. Wir müssen mit Informationen dorthin gehen, wo die Menschen sind.“

„Gewalt gegen Frauen ist ein Thema, das zu groß und zu schmerzhaft ist, um es im parteipolitischen Klein-Klein zu behandeln. Deshalb war es mir eine Herzensangelegenheit, uns alle an einen Tisch zu holen und diese Initiative gemeinsam zu schmieden“, erklärt Stephanie Inka Jehne (SPD). „Ich bin stolz auf die Kraft, die wir Frauen hier fraktionsübergreifend bündeln. Unsere Botschaft ist klar: Du musst das nicht alleine durchstehen. Trenn dich, hol dir Hilfe – und nutze das ‚Signal for Help‘, wenn du in einer akuten Gefahr nicht sprechen kannst. Wir sorgen dafür, dass dieses Signal im Bezirk gehört wird.“