Aktuelles aus dem Bezirk

Kartoffel auf die Teller!

Die Ernte 2025 war riesig. So riesig, dass der Handel und weiterverarbeitende Betriebe nicht alle Kartoffeln abnehmen wollten. Die ostdeutsche Osterland Agrar GmbH wiederum wollte ihre Kartoffeln nicht einfach wieder unterpflügen. So wuchs die Idee, die vielen guten Knollen (insgesamt 4.000 Tonnen!) zu »retten«. Unterstützer wie die Onlinesuchmaschine Ecosia und die Berliner Morgenpost sowie unzählige Verteiler in Berlin waren begeistert von der Idee: Wir retten Lebensmittel! Auch Die Linke macht mit. Denn: Die Linke hilft!

Wir wollten auch noch, dass die Kartoffeln besonders dort ankamen, wo der Geldbeutel klein ist. Ich denke, das ist uns gut gelungen. Die Logistik war nicht einfach. Zuerst zögerten wir mitzumachen, da wir uns glaubten, tagelang dann auf Kartoffeln zu hocken. Dann machten wir einen Plan, wie man an zwei Tagen Kartoffeln verteilen könnte und dann überrollte uns die Realität. Schon bevor unsere planmäßige Verteilung beginnen konnte, waren die Kartoffeln alle.

Wir mussten Lehrgeld bezahlen und viele, viele Bürgerinnen und Bürger am nächsten Tag wegschicken. Solange der Vorrat reicht- tröstet nicht wirklich, wenn man nichts abbekommen hat. Einen halben Tag stellten wir uns auf die Straße und erklärten, warum es keine Kartoffeln mehr gab. In einige Handys tippten wir die Internetadresse (www-4000-tonnen.de) für die Verteilpunkte ein. Mit und ohne gefüllten Kartoffelbeutel, gab es das eine oder andere Dankeschön. Die Linke Marzahn-Hellersdorf bedankte sich mit einem Brief bei der Osterland Agrar. MRK