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Aktuelles aus dem Bezirk

Mit dem Virus leben lernen!

Dr. Manuela Schmidt

Jeden Tag schwirren neue Zahlen durch die Luft – die Inzidenzzahlen, die Zahlen der Infizierten, die Zahl der Verstorbenen, der Reproduktionswert, die Belegung der Intensivbetten. Kaum, dass wir die Chance hatten, die Zahlen zu verarbeiten, kommen neue Zahlen, in der Regel schlimmere. Und es gibt keine und keinen von uns, dem das Ganze nicht inzwischen gehörig auf die Nerven geht. Alle hoffen wir auf den Silberstreif am Horizont.

Zum gefühlt hundertsten Mal haben wir uns in der jüngsten Plenarsitzung mit der aktuellen Situation in der Coronapandemie auseinandergesetzt, der Regierende Bürgermeister hat sich in einer Regierungserklärung geäußert. Die Eindrücke der letzten Beratung der Kanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten und die gescheiterte „Osterruhe“ sind noch frisch. Die Unzufriedenheit wächst! Warum gilt der verpflichtende Wechselunterricht an der Schule nicht auch für die Arbeitgeber? Vor dem Appell der Kanzlerin an die Unternehmer arbeiteten 70 Prozent der Arbeitnehmer*innen nicht im Homeoffice, nach dem eindringlichen Appell waren es 67 Prozent. Hier ist noch viel Luft nach oben und dringendes Handeln geboten!

Wir werden lernen müssen, mit dem Virus zu leben, so wie wir lernen mussten, mit den Masern oder Windpocken zu leben. In der Geschichte ist es bisher nur bei den Pocken tatsächlich gelungen, ein Virus zu besiegen. Um so wichtiger ist es, die Instrumente zu schärfen, die dem Coronavirus die lebensbedrohliche Gefahr nehmen.

Hier hat Berlin schon eine Menge auf den Weg gebracht, mehr geht natürlich immer. Pro Woche stehen in Berlin gegenwärtig 500.000 Tests an 30 Teststationen zur Verfügung, dieses Angebot wird weiter ausgebaut. Für Schulen und Kitas sind zahlreiche Selbsttests und Masken organisiert, auch hier wird das Angebot erweitert. Hier waren wir schneller als andere Bundesländer. Sehr schnell haben wir in Berlin die Kapazitäten für das Impfen aufgebaut, 20.000 Impfdosen könnten wir täglich verabreichen, 10.000 stellt uns der Bund aber nur zur Verfügung. Zur Wahrheit gehört auch dazu, dass wir schnell und unbürokratisch Soforthilfen für unsere Soloselbstständigen auf den Weg gebracht haben, als der Bund noch diskutiert hat. Wir öffnen Sport und Kultureinrichtungen modellhaft, um Erfahrungen zu sammeln, ob und wie mit Testen und strengen Hygiene- und Abstandsregeln trotzdem Kultur und Sportveranstaltungen stattfinden können. Bei positiven Erfahrungen wollen wir das auch für die Gastronomie und die Hotellerie öffnen.

Berlin geht mutig voran! Vielleicht wird auch die Bundesregierung ab Herbst mutiger – als rot-rot-grüne Regierung ohne die CDU?!

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