Aktuelles aus dem Bezirk
Warteschleife statt Aufbruch: Senat vertröstet Marzahn-Hellersdorf beim OSZ-Neubau für Pflege und Sozialberufe bis 2028
Neue Antworten des Senats auf die Schriftlichen Anfragen der Abgeordneten Regina Kittler und Kristian Ronneburg (Die Linke) offenbaren: Eine Realisierung des geplanten Oberstufenzentrums (OSZ) für Pflege- und Sozialberufe am Standort Alt-Biesdorf 30 ist vor 2028 nicht in Sicht.
Trotz der vom Senat seit Jahren betonten „hohen Priorität“ für das Vorhaben am Standort Alt-Biesdorf 30, zeichnet die aktuelle Investitionsplanung ein anderes Bild. Die für den Neubau angemeldeten Gesamtkosten von rund 55 Millionen Euro sind zwar im Investitionsprogramm 2024–2028 hinterlegt, doch eine aktive Bauphase wurde faktisch auf das Jahr 2028 avisiert. Die Überarbeitung des Raumprogramms steht zudem noch immer unter dem Vorbehalt langwieriger Prüfverfahren und wurde immer noch nicht finalisiert.
Kristian Ronneburg erklärt dazu:
„Es ist ein fatales Signal an alle, die sich für eine Ausbildung in der Pflege interessieren, und an den Bezirk Marzahn-Hellersdorf insgesamt. Seit Jahren fragen wir nach dem Fortschritt in Biesdorf, und seit Jahren erhalten wir Vertröstungen. Dass der Senat den Neubau nun faktisch bis frühestens 2028 schiebt, ist angesichts des eklatanten Fachkräftemangels in der Pflege unverantwortlich. Wir brauchen diese Schulplätze jetzt und nicht erst am Ende des Jahrzehnts.“
Die Fraktion "Die Linke" im Abgeordnetenhaus von Berlin forderte bereits im Jahr 2021, den Start des OSZ Pflege in Biesdorf zu beschleunigen und kritisierte, dass für den Doppelhaushalt 24/25 keine separaten Baumittel, sondern lediglich Bauvorbereitungsmittel für die Erstellung des Bedarfsprogramms etatisiert wurden.
Die Linksfraktion fordert den Senat auf, das Projekt in der Prioritätenliste nach oben zu setzen und die Planungsphasen so zu beschleunigen, dass ein Baubeginn deutlich vor 2028 möglich wird.
„Der Fachkräftemangel in der Pflege ist in Berlin, einschließlich der Region um Biesdorf, alarmierend und stellt das Gesundheitswesen vor große Herausforderungen. Ich erwarte vom Senat ein Umdenken, damit er den sozialen Bedarfen Berlins gerecht wird,“
erklärt Regina Kittler.
Hintergrund:
Der Standort Alt-Biesdorf 30 soll künftig als zentraler Ausbildungsort für pflegerische und soziale Berufe dienen, um die Kapazitäten in der Berliner Schullandschaft zu erweitern und dem regionalen Fachkräftebedarf in Marzahn-Hellersdorf gerecht zu werden. Im Jahresdurchschnitt 2024/2025 fehlten in Berlin über 9.000 qualifizierte Arbeitskräfte. Die Situation verschärft sich, da viele Pflegekräfte in den kommenden Jahren in Rente gehen.
