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Niemand ist vergessen! – Bezirksparlament beschließt Benennung einer Parkanlage nach Nguyễn Văn Tú
Auf Initiative der Linksfraktion hat die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Marzahn-Hellersdorf am Donnerstag (23.04.) einen Antrag zum lange fälligen Nguyễn-Văn-Tú-Hain beschlossen. Dabei handelt es sich um eine Grünanlage am Brodowiner Ring (Marzahn-Ost), die nun aufgrund des Beschlusses im Gedenken an den 1992 ermordeten Nguyễn Văn Tú benannt werden soll. Vorausgegangen waren Beratungen im BVV-Kulturausschuss, der zuletzt eine positive Abstimmungsempfehlung ausgesprochen hat. Der Beschluss erfolgte am Vorabend des Todestages von Nguyễn Văn Tú am 24. April.
Nguyễn Văn Tú wurde am Am 24.04.1992 von einem Neonazi niedergestochen und erlag seinen Verletzungen. Im April jährt sich dieser Mord zum 34. Mal. Die Linke in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte bereits im April 2025 die Benennung der besagten Parkanlage beantragt. Im Mai 2025 wurde der Antrag der Linken in den BVV-Kulturausschuss überwiesen, aber dort zunächst wiederholt vertagt. Die Linke freut sich daher umso mehr, dass das Verfahren nun kurzfristig beschleunigt wurde und eine Benennung noch im Umfeld des Jahrestages beschlossen werden kann.
„Wir freuen uns sehr über die breite Unterstützung des Bezirksparlaments“, kommentiert Bjoern Tielebein, Vorsitzender der Linksfraktion Marzahn-Hellersdorf. „Das ist überfällig. Dass jetzt endlich der Name von Nguyễn Văn Tú auf einem offiziellen Schild im öffentlichen Raum erscheint, ist ein wichtiger Schritt und eine Mahnung im Gedenken an den Ermordeten und alle Opfer rassistischer Gewalt der 90er Jahre.“ Berlinweit gibt es bisher keine einzige Straße, die einen vietnamesischen Namen trägt – und das, obwohl die vietnamesische Community zahlenmäßig eine der größten migrantischen Communities der ganzen Stadt ist. Daher wäre die Benennung der Parkanlage ein wichtiges Symbol. Die Community muss umfassend in die Gestaltung des Gedenkortes eingebunden werden. „Weitere Verzögerungen sollten nun unbedingt vermieden werden“, so Tielebein weiter.

